Na sag mal….(Geschichten nach außerhalb) (1)

(Vor ein paar Jahren, 2008 oder 20o9, schrieb ich Kommentare und Geschichten an die in der Ferne ansässige Familie, um sie zu unterrichten und zu unterhalten. Nun habe ich sie wieder entdeckt (die Texte, und da sie trotz Zeitverschiebung noch gelten, stelle ich sie mal einfach ein. Wer Lust hat, liest sie halt, wer keine Lust hat, läßt es eben.)

Letztens sagt Samantha mir vergnügt, daß ihr Freund, der türkischer Abstammung, aber hier aufgewachsen ist, seinen P-Schein gemacht hat und auch sonst ein richtiger Berliner zu werden scheint. Und daß er es ebenfalls mit der Bildung hat und hochtrabende Worte wählt. Er hat sich „positioniert……“ Das fand sie nun wirklich ulkig. Dann fiel mir das Wort in einem Zeitungsartikel auf. Und vor ein paar Tagen im Fernsehen. Zwei Jäger oder Waldhüter, oder wer weiß, was die waren, ich habe nicht so aufmerksam hingehört, sind im Wald. Der eine hat einen Hochsitz erklommen und sich zurechtgerückt da oben (ist wohl etwas ungemütlich). Und der Sprecher sagt: nachdem sich Krause (oder wie der sonst heißen mag) auf dem Anstand  p o s i t i o n i e r t  hat….Also, man kann davon ausgehen, daß ein neues Wort in Umlauf gesetzt wurde.

Das heißt, das Wort ist ja nicht neu, nur die Anwendung. In meinem ganzen Leben bin ich damit noch nicht konfrontiert worden. Weder in der Presse ist es bisher verwendet worden und auch sonst ist es mir nicht begegnet. Also wird es bald nur noch Leute geben, die sich positionieren. Sich, den Salzstreuer und ihre Hausschuhe.

Genauso verhält es sich auch mit dem Equipment, das Einzug in den Sprachgebrauch gehalten hat. Eine mir bekannte sehr nette Dame hatte für ihren Sohn, der Hobbykoch ist, auch als Geburtstagsgeschenk Kochlöffel, Kelle, Topflappen und Sieb gekauft, um ihn zunächst mal mit dem notwendigen Equipment auszustatten. Eine Schürze war auch noch dabei, sonst wäre es wohl nicht vollständig gewesen. Denn wie soll man etwas Ordentliches kochen, wenn das notwendige Equipment nicht vorhanden ist.

Ob die neue Wortschöpfung von Claudia Roth auch bald Einzug in die Medien halten wird? Verunmöglicht war das neue Wort. Man wird schon noch passende Gelegenheiten finden, um es anzuwenden.  

(Berlin, den 14.11.2008)

„Herr Roderich im Walde“

Das findest Du nu unter die Gedichte,  denn dieses hier ist eben die Geschichte.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s