Na sag mal…..(Geschichten nach außerhalb) (4)

Die Begeisterung über Drucker und Computer hat mich anscheinend dermaßen fortgerissen, daß ich mich bemüßigt fühlte, die Familie über alles mich bewegende in Kenntnis zu versetzen. Davor hatte ich ja auch mal geschrieben, mal gedichtet – aber da ich noch voll berufstätig war, immer so nebenbei. Auf der Erika-Reiseschreibmaschine und mit Durchschlag.  Jedoch längst nicht so oft und so viel. Aber immerhin besser,  als wenn ich ihnen andauernd etwas     e r z ä h l t     hätte.

Am 23.10.2008 habe ich mal wieder meinem Herzen Luft gemacht…..

Na sag mal……

Natürlich habe ich wie immer nur mit dem halben Ohr zugehört – es sind doch wieder Preise verteilt worden, was weiß ich wofür – und unser Kultur-Pabst Reich-Ranitzki (Ranicki?) schreibt der sich so?) hat ostentativ die Veranstaltung verlassen, weil ihm die anderen Preisträger nicht so zusagten;  d.h.,  sie hatten wahrscheinlich nicht sein Niveau.  Nun, mag ja so sein,  aber die Menschen von heute haben ihre eigenen Wertvorstellungen, und die von damals waren eines Tages auch die von heute und hatten ihre eigenen Wervorstellungen. So ist das nun mal.  So große Auswahl haben wir doch sowieso nicht und im Laufe der Jahre kommt jeder einmal dran, ist doch ganz Wurscht. Man sollte das nicht so überbewerten,  denn so richtig mit Kultur……na, ich weiß ja nicht,  Der Begriff Kultur ist inzwischen schon,  wie so viele andere Begriffe auch,  bis zum Abwinken bemüht worden. Wer will das schon definieren, Kultur.  Menschenfresser haben auch Kultur, nur eben eine andere. Aber die Geschichte geht noch weiter,  denn Elke Heidenreich, die ja inzwischen auch eine große Kulturschaffende geworden ist,  beschimpfte nun den Fernsehsender und ist daraufhin rausgeworfen worden.

Sie hat in jungen Jahren mal als Else Stratmann, die Fleischersfrau, am Küchenfenster gelehnt und die Olympiade kommentiert. Das war immer recht lustig und auch ganz intelligent, sofern sie die Kommentare selbst geschrieben hat, was ich jedoch noch bezweifle. In jener Zeit hatte sie auch noch eine recht eigenwillige politische Ansicht, d.h., jedenfalls nicht meine. Ich habe diese Ansichten immer akzeptiert. Nur als sie dann plötzlich recht gutes Geld verdiente, änderte sich doch ihre Ansicht beträchtlich. Sie hatte dann auch ein schlechtes Gewissen,  wie sie selbst in einer Fernsehsendung bekundete, aber jedenfalls hat sie sich doch sehr schnell mit der neuen Lebenssituation abgefunden.  Muß man doch auch – wie die meisten von damals,  die plötzlich dem Geräusch der knisternden Scheine hingebungsvoll lauschten.  Sie waren nun auf einmal auch alle „wer“ und um sich zu profilieren, gibt es immer einen Sender,  über den man sich Gehör verschaffen kann.

Niemand ist blöd genug,  um nicht durch einen Sender in die Wohnzimmer der Bürger entlassen zu werden. Und die Bürger, na ja, die lassen wirklich jeden hinein in ihren Lebensbereich. Das ist dann eben die Kultur.  Kultur ist doch nichts anderes als daß man sich benehmen kann wie es einem gerade gefällt, bis einer kommt, der einem anständig auf die Finger haut und sagt dann – da geht’s lang – wie bei den Sprüchen von „Die Zwei“,  die sich ja mein Enkel gerade voller Vergnügen alle 24 Teile angesehen hat. …“Bei Mundgeruch – einfach auf der Fresse raufhaun.“ Es gibt so viele Kulturen – und jede hat einen anderen Zuschnitt.

Also, Elke begann plötzlich, Bücher zu lesen. Ist doch auch gut – lesen bildet. Jetzt konnte sie sich vermutlich endlich mal welche kaufen. Und flugs – oder vielleicht nicht ganz so flugs, hatte sie im Fernsehen eine Art literarischen Zirkel und las Bücher,  über die sie dann sprach und eigentlich schon den ganzen Inhalt verraten hatte,  so daß man es nicht unbedingt noch lesen mußte.Nun mache ich ja keinen Hehl daraus,  daß ich eine tiefe Abneigung gegen eine gewisse Art von Powerfrauen hege und auch solche,  die ständig so tun,  als hätten sie das Pulver erfunden.  Nicht nur Männer haben da einen gewissen Unwillen und Schwierigkeiten mit der Akzeptanz.  Nun wohl,  was ich eigentlich sagen wollte und um auf den Kern der Sache zu kommen:  ich hatte Frau Heidenreich im Fernsehen einige Male über Bücher sprechen gehört und hatte immer das Gefühl, daß sie für die Leser(-innen) zum Ausdruck bringen wollte:  nun schaut mal her,  ihr kleinen Dummerchen,  ich habe es schon für euch gelesen und wenn ihr irgend  etwas nicht versteht, Elke fragen. Oder: Elke hat es verstanden und sagt euch gleich mal vorher, was das alles zu bedeuten hat. Und da waren ja noch andere, auch so wichtige Leute, die alle etwas von Literatur verstanden – es war richtig erhebend.

Man war beglückt, daß man nicht ratlos in einen Bücherladen gehen mußte und hilflos in die Regale schaute. Nein! Man sagte zu der Verkäuferin: das hat Frau Heidenreich empfohlen, und schon wuchs man im Ansehen des Verkaufspersonals. Ganz für mich, ich habe schon viel gelesen, aber ich würde mir nicht erlauben, Jemandem ein Buch anzudienen, damit er von der Kultur auch ein Stückchen abbekommt. Der Leser muß selbst seinen Geschmack entwickeln,, wenn er denn ernstlich an Literatur interressiert ist und Literatur ist ja nun nicht unbedingt das, was in einem x-beliebigen Buch steht. Und auch das muß jeder für sich entscheiden,  was für ihn Kultur bedeutet bzw. ist.

Na, herausgekomen bei diesem geistigen Erguß ist eigentlich, daß ich Elke Heidenreich nicht leiden kann. Ich hatte ihr auch in einer anderen Sendung mal zugehört) Riverboot oder so etwas ähnliches…) und meine Sympathie ist nicht gestiegen. Ich hoffe, der Sender wird den Verlust verschmerzen und auch die Leserinnen und Leser werden in der Lage sein, sich ein Buch zu kaufen. Notfalls, wenn man die erste Seite aufschlägt; da steht schon meistens, wer der Autor ist und was in dem Buch passiert, und manchmal vorne, manchmal hinten drin steht auch noch, wer alles so freundlich war, und bei der Gestaltung des Inhalts und der Recherchen mitgeholfen hat.

Frau Heidenreich hatte sich jedenfslls in sehr un flätiger Ausdrucksweise über den Sender in aller Öffentlichkeit geäußert, obwohl sie doch selbst nicht einmal wirklich beteiligt war, wie ich es verstanden habe. Aber wenn sich Frau Heidenreich über das Fernsehen in einer Form äußert, wie es  vielleicht damals Frau Else Stratmann  über den Vorstadt-Fußballverein getan hätte und dabei möglicherweise von Ihrem Gatten, ich sag es auch mal so direkt: eins auf der Fresse …. bekommen hätte, dann ist das mit der Kultur doch alles nicht so weit her.

Ich habe in letzter Zeit kein Buch gelesen. Aus unterschiedlichen Gründen.(Hat mir ja keiner gesagt, was ich lesen soll.)

Na ja Elke, nimm’s nicht so schwer was ich hier aufschreibe.
Ich bin eben Meckerlewi. Den Namen habe ich mir nicht selbst gegeben, aber er trifft zu. Und dann, letztendlich: JEDER NACH SEINER FASSON….. solange die Kulturen nicht aufeinanderprallen….

Nachtrag: Aber als Else Stratmann,  nicht zu toppen –  MONACO zum Beispiel. Große Klasse.

 

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