Na sag mal…..(Geschichten nach außerhalb) (7)

Nun werde ich Dir inzwischen auf den Keks gehen, aber da der Tag sich schon fast seinem Ende zuneigt, es auf jeden Fall aber schon zappenduster ist, werde ich, da ich so in Fahrt bin, noch ein paar Dinge zur Diskussion stellen, die zwar nicht von entscheidender Tragweite bzw. Wichtigkeit sind, aber: sie ärgern mich! Das hinwiederum ist nicht von allgemeinem Interesse, aber ich kann Dir ja mal anvertrauen, was mich so ärgert.

J e d e n T a g lese ich mehrmals irgendwo S t o p p.
J e d e n T a g lese ich mehrmals irgendwo T i p p.
Und das ist relativ neu. Früher (hatten wir einen Kaiser) aber auch einen Tip und ein Top. Tip und Top sind aber auch internationale Begriffe. Da nun fast alles, was man hier so kaufen kann, inzwischen auch Äcktiff ist, Haarwäsche, Kloreiniger, Abwaschmittel, Abführtee, verstehe ich nicht, warum man uns plötzlich entgegenbrüllt:

S t o p p !!! und uns noch dazu auch einen T i p p gibt,

Die Blümelein, die schlafen schon längst im Mondenschein,
Sie ruhen mit den Köpfchen auf ihren Stengelein……
Und auf diesen Stengelein ruhen sie schon seit fünfhundert Jahren, um mal das Stammwort zu verfolgen. Aber jetzt ruhen sie auf Stängelein, weil man rausgefunden  hat, daß es ja eine Stange ist, die das Blumenköpfchen hält. Siehst du den Hut dort uf der Stange? Wer würde das ändern wollen: siehst du den Hut dort auf dem Stengel, den warf hinauf ein frecher Bengel. Aber wenn nun die Ableitung von Stange kommen soll, ist Stängel die Verniedlichung von Stange. Und somit ist es nicht mehr der Blumenstängel sondern das Blumenstängel. Die Stange – der Stängel(-chen).

Rauhe Winde weh‘n von Norden und die Sonne scheint nicht mehr….. Aber jetzt wehen die Winde nicht mehr rauh (die Rauheit wird durch das h ausgedrückt). Jetzt wehen raue Winde und die raue Wolle kratzt. Die raue See. Mir wird schlecht. Die blaue Lagune, die laue Luft. Das ist sanft. Rauh ist rauh. Schon  phonetisch ist es wie eine Vergewaltigung der Sprache. Ein rauer Ton wird angeschlagen. Ich saß traurig auf der Mauer und der Wind blies immer rauer….schade.

Und schon vor -zig Jahren haben kluge Köpfe bei der Donaudampfschiffahrtsgesellschaft und dem Donaudampfschiffahrtsgesellschaftskapitän ein überflüssiges f gestrichen. Aber die internationalen europäischen geistigen Größen haben nun wieder das dritte ‘ f ‘ eingefügt, damit keine Irrtümer entstehen können, es ist wirklich ein Schiff, das fährt.

Es gibt noch vieles, aber nun soll Schluß sein damit. Führt ja doch zu nix. Wäre noch die Silbentrennung. Doch es ist ja auch schön, wenn es noch etwas gibt, das übrig bleibt, damit man sich daran hochziehen kann. Das lenkt vom Alltag ab, und man kann seinem Affen Zucker geben. Ich kann nun ordentlich meinen Affen fütttern – ja fast ein Affenhaus, denn ich habe einen Computer und eine Tastatur – mit der Hand hätte ich das alles nie geschrieben.

Morgen ist Sonntag. Deine verrückte Mutter gelobt, Dich an diesem Tag mit Pamphleten zu verschonen. Erhole Dich
Berlin, den 8.10.2008

PS.: Der Oktober hatte es wohl in sich. Es ist ja auch ein dunkler Monat. Meine arme
Familie. Mein Sohn hatte gerade die englische Dolmetscherprüfung abgelegt und hat
mit bewunderungswürdigem Langmut die Klagen zur Kenntnis genommen.

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