Na sag mal…..(Geschichten nach außerhalb) (8)

Das war die vorletzte Litanei, dann gibt es nur noch einen Schwanengesang ,

Zunächst dachte ich, daß ja nicht unbedingt täglich etwas vorfallen oder passieren muß, was einen auf die Palme bringt…, ist aber nicht so. Es tut es…!“

Zum Beispiel werden alle dreißig Minuten die Nachrichten aus BERLIN, BRANDENBURG UND DER WELT durchgesagt, so daß man immer ausreichend informiert ist oder wird, was so alles passiert in der Welt. Korrekt: jede volle Stunde wird DIE WELT mit einbezogen, sonst betrifft es nur regionale Nachrichten. Mal interessant, mal nicht so sehr. Aber immer auch der Verkehrsbericht, und der ist wirklich Klasse. Es wird sogar durchgesagt, auf welchen S-Bahnhöfen die Aufzüge nicht funktionieren, wo Schienenersatzverkehr eingerichtet und was sonst noch von Belang ist. Aber dann…..kommt die tägliche Schote. „Das Wetter“ mit Frank Abel.

Der sieht ja das Wetter auf seinem Bildschirm und da kann er dann genau voraussagen, wie das Wetter wird. Und das für Tage voraus. Zum Beispiel: Montag 13 Grad, Diensrag 14 Grad und Regen, Mittwoch dann 12 Grad und Donnerstag könnten es 16 Grad werden. Tief Peter oder Hoch Carmen (oder umgekehrt) sorgen in den nächsten Tagen für ein Wetter, mal sehen, wie es wird.Bei der Voraussage sind die Treffer ähnlich wie bei sechs aus neununddreißig.

Da ich einen Wetterbericht meist aufmerksam verfolge, könnte ich nun schon mal in weiser Voraussicht p l a n e n: am Montag brauche ich nur eine Jscke, während ich am Dienstag schon den dicken Mantel anziehen könnte und am Donnerstag eventuell schon die Stiefel. Aber, das könnte natürlich auch in die Hose gehen. Es könnten zum Beispiel dann schon am Montag 16 Grad sein (mit Jacke), am Dienstag bereits 18 Grad mit (leichter Jacke) am Mittwoch 10 Grad mit Gewitterneigung und Regenschirm, Donnerstag Temperatursturz auf 11 Grad und Neigung zu Nachtfrost in den Vororten. Fehlt dann noch der Kommentar: Zu warm für diese Jahreszeit oder: zu kalt für diese Jahreszeit.

1988 hatten wir an diesem …… nur 17 Grad, während wir1990 noch 21 Grad messen konnten, aber 2006 waren es immerhin noch 16,5 Grad. Das ist insofern interessant und wissenswert, daß man zum Beispiel, wenn man wüßte, daß man sich am …… seinerzeit um 18 Uhr mit….. verabredet hatte, höchstwahrscheinlich total falsch bekleidet war oder wahnsinnig in seinen Klamotten schwitzte, beziehungsweise sich bibbernd an der verabredeten Stelle einfand und der andere noch nicht da war oder bereits wieder weg. Hätte ja auch sein können.

Außerdem kommt auch im Wetterbericht immer eine konkrete Angabe der Meßwerte um eine bestimmte Zeit an einem bestimmten Ort, die unglaublichwichtig ist. Zum Beispiel: Um 13 Uhr in Köpenick 13 Grad, in Tempelhof 14 Grad, in Spandau 12 Grad, in Tegel 11 Grad. Köpenick mit seinen Wäldern ist überhaupt der größte Berliner Verwaltungsbezirk, und da weiß man nun, daß eine Temperatur von 13 Grad gemessen wurde., während es in dem zusammengelegten Bezirk Tempelhof/Schöneberg 14 Grad waren. Wen interessiert das schon. Ich messe in Lichtenrade 14 Grad, und in der Bahnofstraße scheint die Sonne fast den ganzen Tag, und da werden 16 Grad gemessen und in der prallen Sonne vielleicht sogar 19 Grad. Usw. usw. Ich finde solche Ansagen ausgesprochen bescheuert und betrachte sie als Füllsel.

Es ist ein ausgesprochene bla bla und vollkommen überflüssig. Und dann kommt noch immer der Knüller, der mich nun wirklich auf die Palme bringt. Denn die Ausdrucksweise: „wir bekommen ein M I X aus Sonne und Wolken ist so in den Sprachgebrauch übernommen, das es einfach keinen einzigen Tag mehr ohne Mix gibt. Es ist doch kein Getränk, es ist Wetter. Der Himmel ist bewölkt. Früher war der Himmel gegen vormittag. nachmittag, Morgenstunden, Abendstunden bewölkt, die Sonne brach sich Bahn oder was weiß ich und es hellte sich auf, oder Wetterbesserung am Nachmittag…..

Wir bekommen einen Mix aus Sonne und Wolken. Ich weiß nicht, mich macht das rasend. (Übrigens auch heute noch, aber ich lese die Nachrichten lieber im Internet als mir das Gedöns im Rundfunk anzuhören. Auch daß die Nachrichten inzwischen aus DEUTSCHLAND UND DER WELT innerhalb von allerhöchstens 3- 5 Minuten so schnell vorgetragen werden, daß die Ansagerin vergißt Luft zu holen und sofort das Endlosband mit der Musik, die sich täglich wiederholt, weiterläuft.)

Am Himmel wird gemixt. Wie alles heutzutage. Einen Mix aus arm und reich, einen Mix aus alt und neu, einen Mix aus jung und alt, einen Mix aus….was weiß ich. Irgendwer hat mal wieder eine neue Ausdrucksweise zum Zeichen seiner intellektuellen Überlegenheit kreiert, und die anderen, mit dem Anspruch auf Individualität, plappern das weiter nach und wenn man täglich solchen Mist hört, plappert man ihn dann auch bereitwillig oder unbewußt nach. Aber mir geht das Wort M I X dermaßen auf den Senkel, egal, wo es mir inzwischen begegnet, so daß ich meinen Unmut einfach äußern muß.

Ich würde mal sagen, das ist kein Mix aus persönlichem Stil und Ignoranz der Sprache, es ist in meinen Augen, ganz ordinär ausgedrückt: ………………………..

(Jetzt ist mir doch das letzte Wort entfallen, obwohl man mir stets sagt: Du willst immer das letzte Wort haben. Und das stimmt einfach nicht. Du kannst ja auch noch was sagen (oder schreiben).

Berlin, den 26. Oktober 2008

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