SPLITTER (46)

Begegnungen – Erinnerungen

Ich habe lange nichts mehr geschrieben, weil ich zum einen wenig Zeit hatte und zum anderen auch keine Lust. Was soll man denn immerfort erzählen. In all den vergangenen Jahren ist ja den meisten Menschen allerhand passiert oder sie hatten die gleichen Erfahrungen gemacht (machen müssen). In den kommenden Tagen wird es noch genügend Gesprächsstoff geben. Ich für meinen Teil bin nicht gewillt, mich daran zu beteiligen. Ich habe meine Erinnerungen, meine Erlebnisse und meine Erfahrungen und meine Auseinandersetzungen damit gemacht, und die sind und bleiben ein Teil meines Lebens.

In der Presse findet man hin und wieder immer noch Abhandlungen über Karikaturen und den Umgang mit ihnen. Nun, ich liebe Karikaturen, sie können bissig, ironisch und bösartig sein, aber ich finde, sie sollten nicht beleidigend sein. In der heutigen Zeit ist dem Umgang mit was auch immer keine Grenzen gesetzt. Anscheinend kommt niemand auf den Einfall, daß sich so eine Idee auch im Umkehrverhältnis entfalten kann. Mit ein bißchen Forschungsgeist finden man schnell den Punkt, wo man einem unliebsamen oder ungeliebten Opfer einen Schlag unter die Gürtellinie verpassen kann, die (in seelischer Hinsicht) mitunter tödlich ist. Beleidigungen, Verleumdungen sind doch heutzutage an der Tagesordnung. Das bedeutet für mich, daß es keine Selbstachtung mehr gibt oder jedenfalls in geringem Maße, Und Achtung vor anderen schon ganz und gar nicht. Wie schätzen diese Menschen sich selbst ein? Das ist mir ein Rätsel.

Früher, als ich noch jung war – das ist eine Lieblingsfloskel wenn ich mal wieder meine Vortragsreihe eröffne und den Leuten auf den Geist gehe – hatte Loriot (der damals auch jung war) Ärger mit seinem „Reinhold das Nashorn“, das für damalige Verhältnisse wohl zu heftig war und später hatte er dann diesen komischen Hund. Aber bissig (Loriot) ist er oft geblieben – und später hat sich ja nach und nach die Bevormundung ein wenig gelockert. Ich liebe zum Beispiel die hinterhältigen Karikaturen von Gahan Wilson.

Ein seinerzeit sehr bekannter Berliner Zeichner, Maler und Karikaturist war Ole Jensen, der ein Mandant war in der Kanzlei. in der ich arbeitete. Natürlich habe ich naturgemäß im Laufe des Lebens die Kanzleien gewechselt, denn zeitweise gab es eine enorme Abwanderung von in Berlin ansässigen Firmen, so daß die Branche an Auftragsmangel litt und sich oft kaum über Wasser halten konnte. Allerdings verschaffte mir der Wechsel stets die Bekanntschaft mit der „Berliner Prominenz“, so daß ich mich noch heute gerne an viele Begegnungen erinnere. Allerdings auch nur bei „Bedarf“, denn das Leben heutzutage kann man ja nicht eben als langweilig bezeichnen.

Na ja, was ich eigentlich ausdrücken wollte, ist, daß ich keinesfalls gegen Satire bin, und die von Loriot ist auch oft ganz schön heftig, und so gibt es einige, die können es einfach. Man muß und kann auch seine Meinung sagen, auch wenn sie dem anderen nicht paßt. Aber sei‘s drum, nicht zu fassen: der andere hat auch eine Meinung.

pn

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2 Kommentare zu “SPLITTER (46)

  1. „Ich habe lange nichts mehr geschrieben, weil ich zum einen wenig Zeit hatte und zum anderen auch keine Lust. Was soll man denn immerfort erzählen.“ Zwei wunderschöne, einprägsame Sätze. Werde ich mir merken … Lg, Cuervo

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