SPLITTER (48)

SPLITTER (48)

In den Weiten des Weltraums

Natürlich hatte man gerne utopische Geschichten gelesen und ein bißchen fantasiert, aber reale Vorstellungen hatten wir ja eigentlich nicht. „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“, „Die Reise um die Welt in achtzig Tagen“. Es war etwa so, als läse man Geschichten aus Tausendundeiner Nacht. So richtig Geld für Bücher hatte man ja nicht, und in den Leihbüchereien war eigentlich auch nur Unterhaltungsliteratur zu finden. Aber natürlich waren wir Fans von Jules Verne.

An manchen Abenden saßen wir beim Schein einer Kerze und Kaffee, der inzwischen kalt geworden war, und natürlich gemütlich Zigaretten rauchend um den Couchtisch und erzählten uns was. Manchmal so etwas wie: „Weißt du noch…“ oder „Kannst du dich noch daran erinnern….“ Also entweder quatschten wir bis in die Puppen, oder wir schwiegen und lasen bis in die Puppen. Ab und zu steckte unsere Mutter, auch eine Nachteule, (sie hatte es mit den Kreuzworträtseln) den Kopf durch die Tür und sagte vorwurfsvoll: „Geht ihr den immer noch nicht schlafen?“

Na ja. Die Mondlandung hatte ich ja nun schon vorweggenommen. Aber immerhin waren wir damals fasziniert von einer in unseren Augen unglaublichen Unternehmung, und das war die Weltraumfahrt des Juri Gagarin, über die ja der Ostsender reichlich unterrichtete. Der Weltraumflug des Juri Gagarin fand im April 1961 statt. „Völlig losgelöst von der Erde…ist das Raumschiff.“ Wie es in einem Schlager heißt. Es wurde dokumentiert, daß er in 106 Minuten die Erde umrundet hatte. Mit einer Wostok Trägerrakete. Irgendwann mit irgendetwas beginnt immer wieder ein neuer Schritt in das Weltall.

Juri war ein relativ kleiner Mann, er maß nur 1 Meter 58 oder so, wie mein Vater. Juri Gagarin war bestimmt ein ungewöhnlicher Mensch und ein „verdienter Held des Volkes“, aber leider war es ihm nicht vergönnt, noch weitere Heldentaten zu begehen. Er war bei dem Absturz des Sojus 1 ums Leben gekommen, über dessen Ursache wohl noch immer Unklarheiten bestehen. So ist das gewöhnlich meistens mit den Abstürzen – die Ursachen sind selten völlig klar festzustellen und im Laufe der Zeit ranken sich Geschichten darum.

Er verunglückte am 27. März, und da habe ich Geburtstag.

Inzwischen gibt es bei der Raumfahrt und der Erkundung des Weltalls so viele Informationen, die ich sehr gerne verfolge aber nicht unbedingt immer verstehe. Aber es ist spannend und interessant. Ich finde, unsere Welt ist in einem belämmerten Zustand, zumindest, was die gegenwärtige Situation betrifft. Aber vielleicht eines Tages – ein ständiges Kommen und Gehen auf diesem Planeten – weiß man‘s?

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